Wissenswertes über das Zwieseler Trinkwasser


Das Trinkwasser der Stadt Zwiesel stammt aus Quellen im Bereich Falkenstein und Rotau. Es wird als sogenanntes Rohwasser über Sammelschächte zu einem Hochbehälter mit Entsäuerung geleitet. Dort wird es chemisch aufbereitet und mit UV-Anlagen von Bakterien und Viren befreit.

Von dieser Entsäuerung wird das aufbereitete Rohwasser als Trinkwasser über die verlegten Wasserleitungen in die einzelnen Haushalte transportiert.

Entsäuerung bedeutet – Anhebung des PH-Wertes.
Durch Zusatz von Calciumcarbonat wird der PH-Wert von 5,5 auf ca. 8,02 angehoben.
Überschüssiges Kohlendioxid wird dabei reduziert.


Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht:
Unser Rohwasser ist „sehr weich“ d. h. sehr kalkarm und enthält relativ viel Kohlensäure. Gemäß Rohwasserprobe ist ein Calcium-Anteil von 3,11 mg/l im Wasser enthalten.
Nach dem Zusatz von Calciumcarbonat ist im Trinkwasser ein Calcium-Anteil von 17,3 mg/l. Dadurch wird das Wasser von „sehr weich“ auf „weich“ verändert und hat eine Härte von 2,6. Damit sind wir im vorgeschriebenen Bereich, der von -5 bis +5 reicht. Der Kohlensäuregehalt verringert sich dementsprechend und wir sprechen somit von einem Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht.


Calcitlösekapazität:
Der Boden im Bayerischen Wald ist sehr kalkarm. Deshalb ist die Calcitlösekapazität beim Rohwasser bei bis zu 93 mg/l. Beim aufbereiteten Trinkwasser ist die Calcitlösekapazität noch bei ca 3 mg/l. und somit im neutralen Bereich.
Der Grenzbereich liegt über 5 mg/l. Unser Wasser ist nicht kalkabscheidend, wie man das von verschiedenen Großstädten her kennt, sondern leicht kalkaufnehmend.


Zusammenfassend kann man sagen, das Zwieseler Trinkwasser ist kein reines Quellwasser, da es durch Zusatz von Calciumcarbonat chemisch aufbereitet wird. Auch biologische Veränderungen finden durch die Bestrahlung mit UV-Licht statt.
Das Zwieseler Trinkwasser entspricht aber den Anforderungen der Trinkwasserverordnung und ist als hochwertig in Qualität und Geschmack zu bezeichnen.

Als Bezeichnung für das Zwieseler Wasser könnte man die Begriffe "Zwieseler Leitungswasser“ oder "Zwieseler Trinkwasser“ anführen.

Das Wasser, welches die Talsperre in Frauenau liefert, ist im Gegensatz zu unserem Wasser ein Oberflächenwasser. Dieses Wasser ist nicht durch den Boden vorgefiltert und hat auch nicht die aus dem Boden gelösten Stoffe enthalten wie ein Quellwasser. Um dieses Wasser zu Trinkwasser zu machen, ist ein ganz anderer Aufwand notwendig.

Auch im Geschmack und in der Qualität gibt es hier sicherlich Unterschiede.


Josef Schreder
Wassermeister der Stadt Zwiesel
17. Februar 2014

Winterurlaub

Zwiesel interaktiv